Monat 4 nach dem Test - ein kleines Resümee – jetzt schon????
Mittlerweile haben wir den langen und kalten Winter hinter uns gelassen und sehen dem Frühling
und bald schon auch dem Sommer erwartungsvoll entgegen.
Wenn ich besonders an diesen sonnigen Tagen draußen im Garten sitze und der Natur beim Wachsen
staunend zusehe, dann muss ich auch an letztes Jahr denken.
An den Frühling und den Sommer, den ich nicht genießen konnte, weil er mir egal war.
Es war mir egal, was für ein Wetter draußen war, ob die Sonne schien oder es regnete.
Ich hatte im Januar erfahren, dass mein Sohn ein umgeschulter Linkshänder war/ist.
Ich wurde von ärztlicher Seite damit völlig allein gelassen, fand jedoch sehr viele „Gleich-Betroffene“
und auch Hilfe im LH Forum. Und im Laufe der folgenden Wochen und Monaten setzte sich auch bei
mir der Gedanke fest, dass auch ich eventuell ein ULH sein könnte. Was durch meinen ersten Test
aber nicht bestätigt werde konnte - vielleicht war ich einfach noch nicht so weit.
Im Nachhinein zu spekulieren ist auch müßig.
Es mußte erst Dezember werden, bis ich mich zu einem zweiten Test entschloss. Und dieser dann
unzweifelhaft die Diagnose „LH“ zutage förderte. Ich kann nur schwer beschreiben, was das in mir ausgelöst hat.
Ich fühlte mich erleichtert, bestätigt, endlich verstanden.
Und seitdem hat sich so vieles verändert, dass es mir schwer fällt, das alles in Worte zu fassen.
Ich bin entspannter, lockerer, kann die Dinge mehr genießen.
Ich lasse meine Rückschulung locker angehen – ich habe (bei meinem Junior) gesehen,
was zu viel Druck anrichten kann.
Ich habe die Maus im Büro auf links, mache Schwungübungen.
Ich schreibe viel mit links – allerdings noch hauptsächlich für den „Hausgebrauch“.
Womit ich ehrlich gesagt noch Schwierigkeiten habe, sind gewisse alltägliche Dinge.
Zum Beispiel Sachen mit dem Messer schneiden, Brot schmieren etc.
Aber ich glaube fest daran, dass ich auch das eines Tages hinbekommen werde.