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Weltlinkshändertag - darum!

13. August 2010 , Geschrieben von scorpion Veröffentlicht in #Alltag

Gibt es nicht schon genug "Welt-wer-weiß-was-wofür-Tage"? Gibt doch auch kein Weltrechtshändertag. Rechtshänder sind doch auch da.

Ja, nur mit dem Unterschied, dass sich die Welt jedenfalls sinnbildlich um das mehrheitlich rechtshändig ausgerichtete Leben dreht. Sich dem anpassen, sich umstellen, darauf einstellen - ob im Privat- oder Schul- oder Uni- oder Berufsleben - müssen nach wie vor alle Menschen mit motorisch-dominanter linker Hand - wir Linkshänder!

Es ist also ein "Welt"-Tag, der vor allem in der Öffentlichkeit auf das nach wie vor bestehende Ungleichgewicht - wenigstens einmal im Jahr "offiziell" - aufmerksam macht.

Und ebenso darauf, dass es auch heute noch zu Umschulungen von Linkshändern kommt, aus verschiedensten Gründen: So ist u. a. das pure Nicht-Bewusstsein über die Wichtigkeit der Händigkeit bei manchen Eltern, Erziehern, Lehrern, Ärzten usw. auch heute noch keine Seltenheit oder wie einfach man/frau eigentlich einer "Umerziehung" des Kindes ab dem Babyalter entgegenwirken und die angeborene Händigkeit fördern kann (wie nur u. a. Gegenstände "neutral" geben oder hinlegen oder bei sich abzeichnender Führungshand diese Hand entsprechend beachten oder eben auch Beratung in Anspruch nehmen, wenn Unklarheit besteht usw.).

Und für uns Linkshänder ist der Tag wichtig:

Meiner Meinung gerade auch für belassene Linkshänder, d. h., vor allem jene unter uns, die das Ganze womöglich für "Quatsch" oder für "überflüssig" halten, spezielle Linkshänderprodukte für "unnötig" oder "Zirkus" halten - "kriegt man doch auch so hin". Jemand, der Linkshänder ist und mir so etwas erzählt, den halte ich einfach für "teil"-assimiliert von der rechtshändig ausgerichteten Umwelt und vor allem einer steten latenten Vor-Umschulungs-Situation ausgesetzt: Die Selbstwahrnehmung ist schon aufgeweicht und der rechtshändigen Umwelt angepasst, untergeordnet. Und die Selbst-Liebe, Selbst-Achtung gehen dabei auch ziemlich flöten. Die eigenen linkshändigen Bedürfnisse "runter zu reden" erscheint leichter als die Mängel in der rechtshändig ausgerichteten Umwelt auszuhalten bzw. das Bewusstsein dafür nicht zu verlieren.

Klar, kann ich nicht jedes Mal, wenn ich z. B. keine Linkshänder-Schere zur Hand habe, ne Demo organisieren oder ne Verfassungsbeschwerde einreichen. Aber das Gefühl dafür nicht zu verlieren, das ist nicht richtig so! Und dass es überall für Linkshänder möglich sein muss, genauso wie Rechtshänder uneingeschränkt gut und einfach zu schreiben, zu zeichnen, zu schneiden, zu schälen, am Fließband zu stehen, zu schrauben, zu telefonieren, an der Kasse zu tippen...

Solange dies nicht der Fall ist, ist der Weltlinkshändertag wichtig und gut, daran immer wieder zu erinnern. Auch uns selbst.

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