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I´m a left-hander - Ich bin Linkshänderin!

28. Februar 2011 , Geschrieben von scorpion Veröffentlicht in #Momente des Lebens

Ich träume, wir sind in England, in einer Art Hotel, abends sitzend mit ca. 30-40 Leuten an langen Tafeln. An jedem Platz liegen unheimlich viele Löffel, Gabeln und Messer. Eine Frau steht auf und erklärt, wie wir essen sollen, z. B., dass wir die Gabel - allein ohne Messer - nur in die rechte Hand nehmen dürfen.

 

Ich stehe auf, sage laut und deutlich auf englisch: I`m a lefthander! (oder: I am left-handed...) Und erkläre dann ebenfalls auf englisch, dass ich als Linkshänderin die Gabel - allein ohne Messer - natürlich mit links nehme. Die Frau wiederholt immer ihren Satz, was mir leid tut - für sie, sie scheint nur die "Besteckregeln" aufsagen, jedoch weder zuhören noch ihre Meinung ändern zu können. Sie kommt mir wie ein Automat vor.

 

Die anderen hören unserem Dialog nur zu und ich wundere mich mal wieder, dass unter 30-40 Leuten angeblich nur 1 Linkshänderin, in dem Fall ich, sein soll. Ist mir aber auch egal, ich esse jedenfalls, so wie ich will, sollen die anderen gucken und die Frau ihre Märchen weiter erzählen...

 

Diesen Traum hab ich ca. 1,5 Jahre nach Beginn meiner Rückschulung. Ich wache mit einem ziemlich positiven Gefühl aus dem Traum auf und habe sogar im Traum ein Wort im Englischen finden können, was mir zunächst nicht einfiel. (Es tut sich seit meiner Rückschulung auch wieder etwas mit meinem früher recht guten Fremdsprachengefühl, dazu aber an anderer Stelle und zu anderer Zeit noch einmal mehr...).

 

Kurz nach Beginn meiner Rückschlung, also noch ganz in den Anfängen, bin ich nachts von einem  noch ganz anderen Traum aufgewacht, in welchem ich laut "Hilfe, Hilfe" rief. Mein Rufen war so laut, dass es mich "aufweckte". Oh, Mann, dachte ich damals, wie fertig bin ich denn? Ich hatte in dem Moment das Gefühl, dass dies auch genau ein Ausdruck meines "Fertigseins" durch die Umschulung auf die Pseudo-Rechtshändigkeit und daraus resultierender jahrzehntelang andauernder Umschulungsfolgen war. Und dies mit beginnender Rückschulung - auch - auf diese Weise in mein Bewusstsein drang, raus musste...

 

Womögllich ist der jetzige (positive) Traum auch eine Verarbeitung einer der wenigen vagen Erinnerungen an Umschulungssituationen in meiner Kindheit: Eine Kindergärtnerin meckerte damals furchtbar, als wir langsam im KiGa lernten, mit Plastikbesteck zu essen: Ich nahm immer die Tasse mit links bzw. stellte sie so ab und nahm auch den Löffel oder das Gäbelchen mit links, ebenso das Messerchen, wenn wir mit "Gabel und Messer" essen solten. Durch die Reglementierungen der Frau kam ich völlig durcheinander, geschweige denn, dass ich mit rechts richtig schneiden konnte, vor den täglichen Essenszeiten bekam ich als Kind Angst. Ich habe mich als Pseudo-Rechtshänderin jahrelang beim Essen vor anderen oft  unsicher und beobachtet gefühlt. Heute kann ich dies ganz neu einordnen.

 

Wenn ich nun im "Jahr 2" meiner Rückschulung sogar in englischer Sprache träume, "ich bin Linkshänderin", hat sich doch offenbar Einiges getan. Vor allem auch auf unbewussten Ebenen, die neuen Bahnungen im Gehirn kommen an und gewinnen an Tiefe. Gutes Gefühl!

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